Wunderbarer Extremjahrgang

2006 kann als Jahr der extremen Witterungen und Witterungsänderungen in die Analen aufgenommen werden:

Der Winter war sehr lang und schneereich. Kaum war er aber endlich zu Ende, wurde es gleich mild und die Reben trieben aus und wuchsen extrem rasch. Es gab unglaublich viel Arbeit mit dem Einstricken der Triebe und dem Lockermachen der Laubwand.

Schon Ende Mai standen alle Signale auf Blüte, als plötzlich, sprichwörtlich über Nacht, eine einwächige Kälteperiode begann. Temperaturen von plus 5° in der Früh - und das Anfang Juni! Die Reben wuchsen, blühten aber nicht. Als Folge gab es einige Verrieselungsschäden. In leichtem Ausmaß waren fast alle Sorten betroffen, sehr stark aber der Merlot. Unrühmlicher Höhepunkt bei der Ernte war ein Stock mit nur (!) 12 Beeren (nicht Trauben).

Nach Ende der Kälte wurde es dann endlich warm und zwar gleich wieder ins andere Extrem. Der restliche Juni und der gesamte Juli waren richtig sommerlich heiß, mit Temperaturen im Schnitt von über 30°! Und dann wumm: der nächste extreme Wechsel in den August hinein. Dieser war verregnet und so kühl wie schon lange nicht. Es gab unglaublich viel Arbeit in den Weingärten, Ausdünnen (grüne Ernte) und Entblätterung.

Und kaum war der September da, änderte sich das Wetter wieder sehr rasch und sehr markant. Der September war der wärmste und sonnenreichste seit Jahrzehnten. Die Reife der Trauben nahm sehr rasch zu und am 20. September begann bei uns die Lese. Das entspricht dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Das Wetter blieb weiterhin wunderbar. Bis zum Ende der Lese (24. Oktober) gab es nur einen Tag Regen und fast durchwegs warme bzw. angenehme Temperaturen von 15 bis 25 Grad tagsüber!

Es wurde ein richtiger "Ruster Trilogie Jahrgang" mitgroßartigen trockenen Weißweinen, Rotweinen und edelsüßen Weinen. Unglaublich intensive Frucht, Frische und Dichte kennzeichnen den Jahrgang bei Weiß wie bei Rot. Auch haben wir selten eine so rasche und wunderschöne Botrytisentwicklung gesehen wie 2006. Die Süßweine werden wahre Granaten. Einziger Wehrmutstropfen ist die relativ geringe Ernte aufgrund der nicht 100% optimalen Blüte (siehe oben).