Das erste Jahr der Bio-dynamie

2008 stellte bei uns im Betrieb einen teilweisen Neuanfang dar. Haben wir doch den ganzen Betrieb, immerhin 29 Hektar Rebfläche, auf bio-dynamische Bewirtschaftung umgestellt.

Chemisch-systemische Spritzmittel sind seither tabu, statt dessen wird der Boden mit der Einbringung von Kompost verbessert und die Vitalität von Boden und Reben mittels Spritzungen von Tees (Brennnessel, Kamille und Ackerschachtelhalm) und den bio-dynamischen Präparaten 500 und 501 gefördert. Auch die händische Arbeit im Weingarten wurde adabtiert, die Traubenzone durch gezielt Entblätterung frühzeitig aufgelockert.

Die intensive Arbeit hat sich besonders im Jahr 2008 echt bezahlt gemacht. Denn die Witterung war ganz und gar nicht förderlich für gesunde Trauben. Mit der Blüte der Reben, eine der empfindlichsten Zeiten für die Infektion mit Pilzkrankheiten wurde es feucht. Fast tägliche Regenfälle machten einen Schutz der Pflanzen mit z.B. Fenchelöl fast unmöglich bzw. den exakten und wirksamen Anwendungszeitpunkt extrem schwierig. Alles ganz gesund zu erhalten ist leider auch nicht gelungen. Besonders beim Merlot kam es zu einem stärkerem Befall von Peronospora und einem dadurch bedingten Ernteausfall von ca. 50%.

Generell war 2008 ein etwas kühlerer Jahrgang mit eben vergleichsweise hohen Niederschlägen. Doch ein wunderschöner Herbst brachte genug Konzentration und Reife. Eine genaue händische Selektion der Trauben war unbedingt notwendig und auch recht zeitaufwendig. Aber die Resultate können sich sehen und herzeigen lassen.

Die gesamte Palette der "Ruster Trilogie" - weiss trocken, rot und edelsüß - gelang sehr gut und fein. Die Weissweine bestechen durch Frucht und sehr schöne Säurebalance, die Rotweine gerieten sehr farbintensiv mit großer Fruchttiefe und sehr guter, tiefer Tanninstruktur. Die Süßweine sind wie die trockenen Weißweine von intensiver Frische, Frucht und wunderschöner Süße-Säure-Balance geprägt.