Sehr klein und sehr fein

Der Beginn des Weinjahres, gleichzusetzen mit dem Austrieb der Reben, begann 2010 nicht allzu früh. Der Frühling war wie das restliche Jahr auch geprägt von grundsätzlich schönem Wetter, das aber durch wöchentlich auftretende Regenfälle getrübt wurde. Die Blüte verlief leider nicht perfekt. Sie zog sich über mehrere Wochen hin und druch das eher kühle und feuchte Wetter kam es zu einigen Verrieselungsschäden. Somit war schon zu diesem Zeitpunkt des Jahres klar, dass die Erntemenge 2010 deutlich unter dem Durchschnitt liegen werde.

Der Sommer verlief wie auch das Frühjahr nicht schlecht und auch einigermaßen warm, wenn auch nicht sommerlich heiss. Aber jede Woche hatte auch einen oder mehrere Regnfälle zu bieten. Die Trauben trotzdem gesund zu erhalten war nicht leicht, gelang uns aber sehr gut. Allerdings nicht ganz bis zur Lese, sondern nur bis zum Wochenende des 13. und 14. August. Kräftiger Regen an diesen Tagen bescherte uns dann letztlich doch Pilzkrankheiten. Ab Mitte September breitete sich auch die Botrytis immer stärker in den Weingärten aus. Das Wetter hatte sich Anfang September zum Glück umgestellt und durch den nun ungetrübten Sonnenschein reiften die Trauben rasch.

Die Ernte war sehr aufwendig, es musste sehr genau sortiert werden, um nur gesundes Material in den Kelller zu bringen. Daher dauerte die Weinlese verhältnismässig lange, brachte auber auch sehr feine Weine mit viel Frucht und betonterer Säure als üblich. Dadurch präsentieren sich die Weine sehr lebendig und von großer Frische. Ganz toll gelangen die Süßweine - allerdings in nur fast homöopatischen Mengen. Insgesamt war die Erntemenge bei uns im Betrieb um 60% kleiner, als in einem normalen Jahr!

Wenn 2010 auch nicht der nächste Jahrhundertjahrgang ist, so gibt es doch einige (Wein)Perlen in den Kellern und Flaschen zu entdecken!