Jahr der Extreme

2013 begann für uns Winzer ganz nach Wunsch nämlich mit viel, viel Niederschlag im Winter. Die Böden wurden endlich wieder so richtig mit Wasser aufgefüllt. Aber die erste Kehrseite zeigte sich schon bald: der Winter wollte nicht und nicht zu Ende gehen.

Der Austrieb erfolgte durch den sehr langen und kalten Winter sehr spät und begann am 20. April (interessanterweise in ganz Österreich zum selben Zeitpunkt, also nicht bei uns früher als in den anderen Gebieten wie in anderen Jahren üblich) Im Vergleich zu 2012 fast 1 Monat später! Der Wuchs der Reben war nun kaum zu bremsen, das Wachstum war äußerst üppig und rasch. Triebzuwächse von bis zu 15 cm (!) pro Tag waren zu beobachten.

Mitte Mai kletterten die Temperaturen dann schon auf sommerliche Werte über 30°. Als nun alle mit einer sehr frühen Blüte gerechnet haben, kam es zu einem gewaltigen Temperatursturz und Starkregen. Bei uns hat es ja nur ganz wenig geregnet (ca. 35 mm) aber im restlichen Österreich herrschte vielerorts "Land unter". Die Menschen hatten nach 2002 das nächste "Jahrhunderthochwasser" zu überstehen.

Die sehr kühlen Temperaturen in diesen beiden Wochen haben die Blüte hintenangehalten. Erst mit dem Ansteigen der (Tages)Temperaturen ab dem 01. Juni begann dann die Blüte. Leider war es in den folgenden Nächten noch sehr frisch und alle früh blühenden Sorten sind doch erheblich verrieselt.

Das weitere Wetter ist rasch erklärt - sehr trocken und extrem heiss. Bis zum 16. August kam kein Tropfen Regen mehr vom Himmel. Dafür kletterten die Temperaturen auf Rekordwerte von bis zu 39° (!). Weniger als 30° gab es praktisch nie.

Endlich hat es dann mit dezenten Regenfällen (ca. 30 mm) am 16. August auch abgekühlt. Der weitere Wetterverlauf war schön und warm aber nicht mehr extrem heiss. Regen gabe es auch noch ein wenig mehr, aber nicht zu viel.

Die Lese der trockenen Weiss- und Rotweine konnte am 21. Oktober abgeschlossen werden. Es kündigen sich sehr schöne Weine an. Sie zeigen viel frische Frucht, Eleganz und Tiefe.

In der Woche ab dem 21. Oktober war es dann sehr nebelig und feucht - Botrytis begann sich in den Weingärten auszubreiten. Die Schrumpfung und Konzentration dauerte aber lange. Neuburger, ein Teil vom Gelben Muskateller und Chardonnay konnten Mitte November als Beerenauslese bzw. Ruster Ausbruch geernet werden. Vom 2. bis 6. Dezember wurden dann die restlichen Trauben als teils sehr hoch konzentrierte Ruster Ausbruch Weine eingebracht werden.

Ende gut, alles gut!
Weine super, Winzer glücklich!