Botrytis cinerea

Der Pilz Botrytis cinerea ist ein ganz besonderes Naturereignis und Grundlage des weltweit anerkannten Rufes des "Ruster Ausbruch".

Befällt die Botrytis unreife Trauben gibt es Grau- und Grünfäule. Es droht ein großer Ernteverlust. Wenn er allerdings reife, schon süsse Trauben befällt, dann vollzieht sich in der Traube ein wahres Wunder.

Der Pilz durchdringt die Beerenhaut und macht diese durchlässig. Dadurch verdunstet bei Wind ein großer Teil des Wassers und die Beeren schrumpfen rosinenartig zusammen. Dadurch werden alle anderen Inhaltsstoffe konzentriert. Und nur so ist es möglich das sogenannte "flüssige Gold", den Ruster Ausbruch herzustellen.

Der hohe Zuckergehalt macht die Moste und Weine dickflüssiger und schwerer, sie bekommen die wunderbar goldene Farbe. Aber auch die Säure und die Aromen werden konzentriert. Die Weine bestechen daher durch ihre intensiven Fruchtaromen. Sie duften nach reifen und getrockneten Marillen, Dörrobst und allerlei exotischen Früchten. Weiters finden sich auch Aromen von Honig und vor allem bei Vergärung in neuen Holzfässern Noten von Bisquit und Vanille. Zuletzt ist es die Säure und die vom Boden stammende Mineralität, die diese Weine trotz aller Fülle und Kraft so wunderbar fein und balanciert schmecken lässt.